Teletherapie in der Logopädie

Digitalisierung – Teletherapie in der logopädischen Behandlung
21. März 2020
Ostern
6. April 2020

Teletherapie in der Logopädie

Liebe Patienten,
wir hoffen, es geht Ihnen gut und Sie konnten sich im neuen ungewohnten Alltag eingewöhnen.
Unser Team setzt die Teletherapie nun stetig um und wir freuen uns, immer mehr Patienten am Bildschirm begrüßen und mit Ihnen arbeiten zu dürfen!

Um Ihnen die Teletherapie noch näher zu beschreiben und Ihnen möglicherweise auch Unsicherheiten zu nehmen, haben wir einige Aussagen und Vermutungen, aber auch Fragen aufgelistet, denen wir eine Erklärung beigefügt haben.

„Gibt es Studien zur Teletherapie?“
Die Teletherapie wird bereits vielseitig in der Psychotherapie eingesetzt. Auch im Bereich der kindlichen Fütterstörungen gibt es Belege, dass die Telemedizin wirksam ist. Die Quelle Marinschek et al. 2014: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=netcoaching belegt, dass die Telemedizin nach dem Grazer Modell genauso effektiv ist, wie die Face-to-Face-Therapie.

„Ist die Teletherapie für alle Störungsbilder geeignet? Für welche Störungsbilder ist die Teletherapie geeignet?“
Die Teletherapie darf derzeit nach der kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Spitzenverband der GKV sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen durchgeführt werden. Die Behandlung der Stimmstörungen, Sprechstörungen und Sprachstörungen sind zulässig. Im Bereich der Schluckstörungen dürfen nun begrenzt Teletherapien durchgeführt werden.

„Eine Verordnung wurde abgearbeitet. Bekomme ich vom Arzt weiterhin eine Folgeverordnung?“
Ärzte dürfen weiterhin Verordnungen ausstellen. Die Corona-Krise schränkt die Behandlung nicht weiter ein, da weiterhin eine medizinische Behandlung notwendig ist. Als Ratschlag kann an dieser Stelle herangeführt werden, dass eine Folgeverordnung telefonisch beim Arzt abgefordert werden kann.

„Wird nun ausschließlich über die Videotherapie behandelt?“
Nein. Medizinisch notwendige Behandlungen erfolgen weiterhin in der traditionellen Face-to-Face- Therapie. Alle Schluckpatienten werden, sofern es die Angehörigen wünschen, weiter unter Schutzmaßnahmen (Kittel, Mundschutz des Therapeuten sowie Handschuhe) behandelt.
Im Standort „Brückstraße 5“ achten wir außerdem auf ein zeitversetztes Patientenankommen, sodass auch Familien, welche nicht über die technischen Möglichkeiten verfügen oder nicht von der Teletherapie Gebrauch machen wollen, in die Praxis kommen können.

„Teletherapie ist nur Spielerei!“
Dies können wir nicht bestätigen ?
Zunächst muss berücksichtigt werden, dass die digitale Nutzung und die Medien im Alltag einen immer höheren Stellenwert einnehmen und uns permanent umgeben. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, wie die Mediennutzung erfolgt und ob beispielsweise eine Begleitung durch die Bezugsperson realisiert wird. Zu den Medien zählen nicht nur Endgeräte mit einem Internetzugang, sondern auch Hörspiele oder auch das Radio. Wichtig hierbei ist auch der Unterschied der Teletherapie zum gebräuchlichen Fernsehen schauen oder auch das „Surfen im Internet“ das eine Interaktion (z. B. Blickkontakt und verbale Kommunikation) zwischen Therapeut und Patient erfolgt.
Das wichtigste Medium in der Kindertherapie ist das Spiel! Für uns Therapeuten ist das Interesse und die Motivation des Kindes der wichtigste „Motor“ für eine erfolgreich stattfindende Therapie. Kinder lernen nicht durch einfaches „Abarbeiten“ von Arbeitsblättern oder Nachsprechen von Wörtern, welche vielleicht irgendwann sogar mal auswendig gelernt werden, sondern durch eine Interaktion mit dem Gesprächspartner, in Form eines altersgerechten Spiels. Am Laptop oder Tablet durch den Therapeuten begleitet zu werden, ist für viele Kinder spannend und eine enorme Besonderheit. Gerade vor dem Hintergrund, dies nicht immer zu „dürfen“. So kann in spielerischer Form der Arbeitsauftrag für das Kind „nebenbei“ erfolgen und bietet eine große Abwechslung, gerade im derzeitigen Alltag. Was Spaß macht, integriert!

„Fernsehen schauen ist doch sprachhemmend, wird gesagt. Ist das mit der Teletherapie nicht auch so?“
Nein. Der Unterschied zum Fernsehen schauen ist, dass der Fernseher nicht auf das Kind eingehen, reagieren und antworten kann. Durch den Therapeuten hat das Kind einen Gesprächspartner, welcher sich dem Tempo des Kindes anpasst, die kindlichen Signale erkennt und berücksichtigt sowie auf die Bedürfnisse und Wünsche (wenn möglich) eingehen kann. Eine Überforderung/ Überreizung durch eine zu schnelle Bildabfolge kann nicht erfolgen. Auch das Fernsehen schauen per se ist nicht schlecht, sofern das Kind begleitet wird. Zum Beispiel kann über das Gesehene gesprochen, beratschlagt und tiefer gesprochen werden. Hat das Kind dies ebenfalls schon einmal gesehen/erlebt/ausprobiert, etc. Welche Gefühle können dabei aufkommen, wie kann in der Situation reagiert werden? Das Gesehene wird besprochen und dem eine Bedeutung beigemessen.

„Die Teletherapie ist doch nicht so effektiv, da das Kind den Mund nicht sieht.“
Natürlich sollte während der Kommunikation ein Blickkontakt erfolgen und der Blick zum Mund möglich sein. Jedoch werden nur sehr wenige Laute der deutschen Sprache mit unseren Lippen gebildet, sodass das Kind im Hören primär gefördert werden sollte. Sollte die Verbindung einmal schlechter sein, sodass die Bildqualität nicht hochauflösend ist, wirkt sich dies nicht negativ auf den Therapieerfolg aus.

„Wie läuft die Teletherapie ab? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?“
Für die Teletherapie werden vorzugsweise ein Laptop oder Tablet mit Internetzugang sowie einer Mikrofon- und Videofunktion benötigt. Das Smartphone sollte nur im seltenen Fall genutzt werden. Sie erhalten per E-Mail oder SMS/Whats App einen Link, welchen Sie zur gegebenen Therapiezeit öffnen. Unsere Therapeutinnen werden Sie dann aus dem virtuellen Warteraum abholen und die Therapie kann beginnen.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Team der Logopädie an der Elbe weiterhin gern zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund!

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